der hundesichere Zaun

Ein hundesicherer Zaun bzw. zunächst überhaupt eine vollständige und relativ hohe Umzäunung, das war eines der Auswahlkriterien, die wir 1998 nach vier Jahren entsprechender Urlaubserfahrung mit Hund für unser zukünftiges hundegerechtes Ferienhaus hatten. Die zukünftige Villa Norris hatte tatsächlich einen solchen Zaun. An der östlichen Grundstücksgrenze entsprach er allerdings nicht ganz unseren Vorstellungen und so wurde er auf gut 140 m Länge erneuert.

Völlig reinen Gewissens konnten wir also auch unseren Gästen erklären: “Ja, es stimmt, das Grundstück ist vollständig bis zu 1,5 m Höhe eingezäunt. Nur ein kleiner Hund kommt unten durch oder einer, der ordentlich und tief genug buddelt. Aber ein bißchen müssen Sie auf Ihren Hund schon achten.” Jaja, das sei dann schon in Ordnung - die Hunde unserer Gäste krochen weder unterm Zaun durch, noch buddelten sie diesen aus und keiner von ihnen sah sich die Umgebung auf eigene Faust an.

Und unser Norris wußte von Anfang das neue Domizil so sehr zu schätzen, daß er sich plötzlich beinahe ‘hoftreu’ verhielt.

Das ging so gute vier Jahre lang, bis der ‘Kleine’ kam und in seiner alles ergreifenden Neugier und Spielleidenschaft mit Felix Freundschaft schloß. Kam Felix zu uns herüber, war alles gut, lief er jedoch nur auf seinem eigenen Grundstück, kam es zu herzergreifendem Gejaule diesseits des Zauns - ein schwarzer Teddybär jagte dann an der Grundstücksgrenze entlang hin und zurück, bis Felix nicht mehr zu sehen war.

Eines Morgens in aller Frühe kam Nachbar Jacques - Rusty-Rolf fest am Kragen gepackt - “Moin, Nachbarn, wollte Euch den Kleinen zurückbringen; ich glaube, der kann das Tor öffen.”

Wir haben nämlich zum Nachbarn hin ein Tor in den Zaun eingebaut, mit einer einfachen Klinke, aber abschließbar - nur daß es fast nie abgeschlossen ist. Kaum zu glauben, was der Nachbar da erzählt, aber zuzutrauen wär’s dem “Zwerg Riese” schon. Pfiffig genug ist er ja.

Also Tor abschließen, dann wird’s wohl gut sein !

Weit gefehlt - der Tag war noch nicht zu Ende, als ein junger schwarzer Neufundländer von ungefähr 18 Monaten in aller Ruhe auf eigene Faust die Umgebung sondierte. Wo war er nur rausgekommen ? Am Zaun konnten wir nichts feststellen, außer dass der Maschendraht an einer Stelle eine Beschädigung aufwies, die aber nach unserer Meinung viel zu klein war, um einen Neufi durchzulassen.
Als wir nun aber zu einer guten Tasse Tee zu Nachbars rübergingen und unsere Jungs auf dem Grundstück zuhause ließen, kamen wir dahinter: das herzzerreißende Gejaule  ging los, kaum daß wir das Tor passiert hatten. Erst ein nachhaltiges “NEIN” und “LEG DICH” bot dem ein Ende. So dachten wir jedenfalls, bis wir beim gemütlichen Teeplausch plötzlich einen großen schwarzen Schatten sahen, der vorm Fenster vorbeihuschte - RUSTY !!!

Und er kam doch unterm Zaun durch !  Das Drahtmaschengeflecht etwas aufhäkeln, den Kopf und Rumpf durchschieben, hochdrücken, etwas geschickt durchkiechen und siehe da: das Werk ist vollbracht.

Dreifaches Flicken der kritischen Stellen nützte gar nichts. Klein-Rusty schaute aus sicherer Entfernung zu, merkte sich die Stelle und und wanderte alsbald wieder auf Felix’ Spuren.

Das war im Frühjahr 2003.
Können Sie sich nun die Enttäuschung auf dem jungen Hundegesicht vorstellen, als wir einen Monat später Gelegenheit hatten, ein Wochenende in der Villa Norris zu verbringen, Klein-Rusty schnurstracks zu seinem Schlupfloch lief und plötzlich kein Durchkommen mehr war ? Wenn Sie unseren Rusty fragen, dann ist da jetzt wirklich

ein hundesicherer Zaun

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